Tabakpfeifenmuseum in Oberelsbach

Eines ist schon mal vorab klar: Zutritt auch für Nichtraucher! Das erste deutsche Tabakpfeifenmuseum in Oberelsbach setzt die Liebe zum Nikotin für einen Besuch definitiv nicht voraus. Somit können sich also alle Interessierten ganz entspannt auf den Weg ins Valentin-Rathgeber-Haus machen.Dieses berherbergt das erste deutsche Tabakpfeifenmuseum seit 1996. Damals konnte man in der Zeitung lesen, dass Oberelsbach nun Heimat für „5.000 Pfeifen“ sei. Klingt witzig, oder?

Privatsammlung des Herstellers Anton Manger

Ob diese Zweideutigkeit beabsichtigt war, bleibt dahingestellt, zumindest wurde das 1611 errichtete Schulgebäude in diesem Zuge auch grundlegend renoviert und gleichzeitig ein Gedächtniszimmer eingerichtet, das an den Oberelsbacher Barockkomponisten Johann Valentin Rathgeber erinnert. In neun Räumen auf zwei Stockwerken zeigt man historische Tabakpfeifen und die dazugehörigen Utensilien, die größtenteils aus der Privatsammlung des Pfeifenherstellers Anton Manger aus Wollbach stammen und durchweg aus dem deutschsprachigen Raum sind. Im Erdgeschoss erhält der Besucher zunächst Auskunft über die älteste Anwendungsform der Tabakpflanze.

Pfeifenarten & Geschichtliches

Schwerpunkt bildet eine Präsentation der wichtigsten Tabakpfeifenarten aus den Materialien Ton, Holz, Porzellan und Meerschaum in unterschiedlichen Grundformen und mit vielfältigen Dekoren. Außerdem werden einige Herstellungszentren und deren Erzeugnisse vorgestellt. Vielleicht wisst Ihr, dass das Pfeifenrauchen 1492 von Christoph Kolumbus von Amerika nach Europa exportiert wurde. Er hatte die Tabak genießenden, indianischen Ureinwohner entdeckt. Daneben entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte bestimmte, jeweils zu ihrer Zeit dominierende Tabakgenussmoden, die in den einzelnen Räumen dokumentiert werden.

In den zahlreichen Vitrinen wird Euch ein guter Überblick über die Geschichte des Rauchens, die Herstellung der Pfeifen und die im Laufe der Jahrhunderte sich ständig wandelnde Rauchkultur vermittelt. Außerdem wurde eigens ein Raucherzimmer inszeniert, welches die bürgerliche Rauchkultur in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Ausdruck bringen soll.

Eine Porzellanpfeife mit der Darstellung Friedrich II. des Großen (1712 – 1786) deutet hingegen auf die im 18. Jahrhundert bevorzugte Tabakkonsumform hin: das Tabakschnupfen. Zigarrenpfeifen und -kisten, Zigarettenspitzen und- schachteln verweisen auf die vorherrschenden Rauchmoden des 19. bzw. des Jahrhunderts. Ein weiterer Ausstellungsabschnitt führt die Pfeifenherstellung am Beispiel einer Bruyéreholzpfeife und eine Gesteckpfeife mit Porzellankopf vor.

Funktionswandel der Tabakpfeife

Das Obergeschoss des Museums ist dem Funktionswandel der Tabakpfeife vom Rauchgerät zum Standeszeichen und Erinnerungsstück im 19. Jahrhundert gewidmet. Tabakpfeifen verschiedener Berufsgruppen wie z.B. der Soldaten, Studenten, Handwerker etc., aus dem Besitz von Vereinen und Souvenirpfeifen im Sinne von Reiseandenken belegen diese Entwicklung. Ein inszeniertes Herren- oder Raucherzimmer veranschaulicht den Ort der bürgerlichen Rauchkultur der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im häuslichen Umfeld.

Tabakwarenreklame, vom Katalog über die Zeitungsannonce bis hin zum emaillierten Blechschild und zu Zigarettenschachtel in Übergröße, runden die Ausstellung ab. Unser Fazit: Spannend und informativ! Aber: zum Glück wird dadurch niemand zum Rauchen verführt!

Das erste deutsche Tabakpfeifenmuseum in Oberelsbach

Deutschlands erstes Tabakpfeifenmuseum seit 1996, Oberelsbach

Informationen zu Anfahrt und Öffnungszeiten

Deutsches Tabakpfeifenmuseum
Valentin-Rathgeber-Haus
97656 Oberelsbach

Tel. 09774 – 82 98
www.tabakpfeifenmuseum.de

14 Tage vor Ostern bis 31. Oktober
Mittwoch         13 – 17 Uhr
Samstag           13 – 17 Uhr
Sonntag            13 – 17 Uhr
Feiertage         13 – 17 Uhr

Besuchergruppen können hingegen nach Anmeldung ganzjährig geführt werden.