Ein Familienurlaub mit Happy End!

Nachdem wir im Sommer 2016 einen katastrophal anstrengenden Sommerurlaub an der Ostsee hinter uns gebracht hatten, waren wir im Herbst wahrlich urlaubsreif. Im Sommer hatten wir uns mit unseren drei Kindern Benno, Paula und Henry für einen Hotelurlaub an der Ostsee entschieden und das war ein Fehler. Nicht die Ostsee an sich war das Problem, sondern vielmehr das hellhörige Hotel und der Umstand, dass Kinder und ruhebedürftige Urlauber nicht gut unter ein Dach passen. Jeder Spritzer im Pool, jedes laute Lachen und all das, was Kinder eben nun mal so tun, wurde mit unfreundlichen Kommentaren und Blicken versehen. Einen Urlaub der Marke „Kinder unerwünscht“ wollten wir auf keinen Fall noch einmal erleben, weder für die Kinder noch für uns – und so kamen wir auf das Rhön Park Hotel!

Beim Durchblättern eines Lidl-Reiseprospekts fiel mein Blick auf die Anzeige des Rhön Park Hotels und da wir von der Rhön schon so viel Tolles gehört hatten, griff ich kurzerhand zum Hörer und rief im Hotel an. Die Dame an der Rezeption war klasse und nachdem sie uns für das Bonusprogramm eingetragen und ein für uns Fünf passendes Arrangement herausgesucht hatte, waren wir sogar bei einem günstigeren Endpreis, als den im Lidl Prospekt beworbene Preis. Mein Mann war beim Thema Familienhotel noch nicht ganz so glücklich wie ich. Für mich lagen die Vorteile auf der Hand. Kinderfreundliche Ausstattung, Pool im Haus, großes Außengelände und Halbpension, hurrah! In seinem Kopf schwebten eher Bilder herum wie: 1.000 laute Kinder anderer Familien die einem auf den Zünder gehen, mit Käsesockenduft erfüllte Indoorspielplätze und kreischend kleckernde Kindermassen im Restaurant. Also haben wir einen Kompromiss gefunden und uns zur Probe auf drei Nächte geeinigt, die steht man notfalls durch. Die Appartements sahen auf den Bildern super aus. Unser Appartement bestand aus 2 Zimmern, einer kleinen Küche und einem gut geschnittenen Bad. Dann kam der Abend unserer Anreise. Die Anfahrt war wunderschön, ein niedliches Dorf reihte sich an das andere und wir kamen uns vor wie in einem Heimatfilm der 50er Jahre.

Terrasse mit Panorama-Rhönblick

Auch die Anfahrt auf das Hotelgelände war sehr hübsch. Ein von Steinmauern gesäumtes Entree an der Einfahrt und dann vorbei an Esel und Ziegen auf einer kleinen Privatstraße mit kolossalem Blick über die Rhön. Wunderbar.
Nachdem wir eingecheckt und unsere All-Inclusive-Bändchen an den Arm gebunden bekommen hatten, machten wir uns auf den Weg, um unser Appartement zu suchen. Für jemand,  der sich bis dahin eher in kleineren Wellness- und Luxushotels mit Concierge bewegt hatte, eine kleine Herausforderung. Die Anlage ist groß und die einzelnen Häuser in Ebenen unterteilt. Wenn man das System erst mal durchschaut hat, ist es relativ einfach.

Bis heute ist es mir unbegreiflich, wie dumm wir uns angestellt haben müssen, diesen komplizierten Weg zu unserem damaligen Appartement zu finden. Heute, als alter Hase mit reichlich Röhn Park Hotel Erfahrung, kann ich voller Überzeugung sagen, dass es kaum ein Appartement gibt, das sich einfacher über das Haupthaus hätte finden lassen. Aber naja…. Damals war damals.

Die nächste Station an diesem Abend hieß Schnellstop im Schwimmbad. Das Schwimmbad war grandios! Leer, warmes Wasser, sehr liebevoll gestaltet und in für jedes Alter passende Bereiche unterteilt. Die Wasserrutsche ist `ne Wucht und auch das Unterwasseraquarium hat es unseren Kindern gleich angetan. Das Schwimmen tat uns allen gut und nach unzähligen Races durch die Rutsche ging es zurück in unser unglaublich günstig gelegenes Appartement und dann zum Abendbrot.

Auf dem Weg ins Schwimmbad hatten wir das Hinweisschild zu den Restaurants gesehen, die uns die Rezeptionistin beim Einchecken bereits empfohlen hatte. Wir entschieden uns für das Restaurant  im 4. OG und nahmen einen der Lifte nach oben.

Köstliche Buffets in drei Restaurants

Ein Hotelrestaurant mit sehr schönem Ambiente! Der Blick von unserem Restaurant aus war umwerfend und nachdem wir uns eine gemütliche Sitzecke gesucht hatten, düsten unsere drei Kids ans Buffet. Neben einem Kinderbuffet gibt es ein großzügiges Salatbuffet mit verschiedensten Salaten, Dressings und Toppings sowie eine Tagessuppe und eine große Auswahl an warmen Speisen. Außerdem gibt es Brot, Brötchen und Belag sowie Gemüseschnitze. An jedem Abend gibt es mindestens drei Nachtischvarianten und für die Kinder eine prallgefüllte Eistruhe, aus der sie sich nach Belieben bedienen dürfen. Was für ein Paradies! Mein Mann und ich bestellten uns je ein Bier von Rother Bräu, auf das wir seit diesem Abend schwören. Besonders das alkoholfreie Urweizen hat es uns angetan. Das schmeckt einfach unglaublich frisch und fruchtig!

Wir haben an diesem Abend in aller Ruhe gegessen und als unser Jüngster von der Eistruhe aus quer durchs Restaurant fragte, ob er sich wohl auch zwei Kugeln nehmen dürfte, lehnte ich mich nach einem ersten schreckhaften Zusammenzucken über die raumfüllende Lautstärke seiner Anfrage entspannt zurück und nickte fröhlich ab. Außer mir war die Lautstärke niemandem aufgefallen. Familienhotel eben, da sitzen wir alle im selben Boot!!! Unsere Kinder haben sich nach dem Essen an den Maltisch verkrümelt und wir hatten noch einen Moment der Ruhe und Zeit für einen Espresso.

Die Tage vergingen wie im Fluge und waren wunderschön. Jeden Morgen haben wir mit einem Cappuchino auf der Dachterrasse bei bester Aussicht begonnen und an manchen Tagen konnte man ungelogen fast bis zu den Alpen blicken! Wir haben zahlreiche Spaziergänge gemacht, das Schwimmbad im Innen – und Außenbereich genossen, alle Neune auf der Kegelbahn umgehauen, den Bastelclub besucht, das vielseitige Außengelände erkundigt und die verschiedenen Restaurants besucht.

Bowling – hier kommt garantiert keine Langeweile auf

Lediglich ein Vorurteil konnte ich nicht aus der Welt räumen. Ab 16:30 stand in  Rudi`s Abenteuerland (das ist der hauseigene Indoorspielplatz ) ein leichter Geruch von Käsesocken in der Luft, aber damit können wir leben!

Immer wieder zieht es uns seitdem ins Park Hotel und bei jedem Aufenthalt machen wir uns irgendwann den Spaß und setzen uns auf ein Stück Kuchen in die Lobby. Dort beobachten wie die Neuankömmlinge. Und das ist dann der Moment, in dem mein Mann mich anschaut, sich zu mir rüber beugt und mit einem Augenzwinkern sagt: „Der wird schnell merken, wie schön`s hier ist…“