Franziskusweg: Doppelte Einkehr

Gleich am Hotel beginnt der wunderschöne Franziskusweg. Ein Wanderweg, der zur inneren Einkehr einlädt und durch die schönsten Seiten der Rhönwälder führt. Entlang auf von Farnen gesäumten Pfaden, über kleine Holzbrücken hinweg und mit dem Plätschern von lieblichen Bachläufen im Ohr, wandert man entlang auf verwunschenen Wegen durch eine traumhaft schöne Gegend, die vielfältiger nicht sein könnte. Immer wieder stehen am Wegesrand kleine Säulen, Skulpturen und Texttafeln, auf denen Gebete, Segenswünsche und Sprüche vom Heiligen Franziskus von Assisi aufgebracht sind. Das Thema, zu dem alle Skulpturen und Tafeln gestaltet wurden, lautet „Mein Leben ist ein Weg“ und tatsächlich berührt einen jeder Text und jede Skulptur auf eine andere Art und Weise.

Wandern auf dem Franziskusweg

Franziskusweg – Ein Ort der Ruhe und Weite

Wie schon oben erwähnt, lädt der Weg theoretisch zur inneren Einkehr ein. Man könnte verweilen, meditieren, beten – der Ort wäre perfekt. Aber Achtung, an dieser Stelle ein kleines Quiz am Rande: Wanderweg – Stille – Ruhe – Kinder – innere Einkehr – Welches Wort passt nicht in die Reihe? Richtig, KINDER! Denn mit Kindern ist Wandern ja ein Thema für sich! Nun gehören unsere drei Süßen sicher schon zu den kooperativeren Wanderpartnern, aber von Ruhe, Stille und durchweg friedlich sind wir noch sehr weit entfernt. Bis wir Fünf nach dem Frühstück endlich so weit sind, dass alle abmarschbereit vor der Tür stehen, ist es meistens so spät, dass ich schon wieder Lust auf Mittagessen habe! Irgendetwas liegt immer noch auf dem Zimmer oder konnte partout nicht gefunden werden. Benno mault, weil er sein Schnitzmesser nicht finden konnte, Paula ist stinkig, weil sie viel lieber die Glitzerhandschuhe haben wollte und ich nur die ollen blöden baby-rosafarbenen eingepackt habe….
…immer dasselbe!

Irgendwann setzt sich der Tross dann doch in Bewegung und nachdem wir auf den ersten 500 Metern noch ungefähr dreimal erwähnt haben, dass bitte nur dann mit Steinen geworfen wird, wenn niemand vor einem steht und die Stöcke bitte nicht zum Pieken genutzt werden ( ich weiß, blöde Spielverderber Eltern! ), geht’s endlich los…

Ruhe und Besinnung am Franziskusweg, Rhön

Wandern durch Baumkronen und Vogelgezwitscher

Der Franziskusweg führt uns vom Hotel weg in erst tiefere und dann wieder lichter werdende Wälder, über Auen, Felder, kleine Hügel und Bachläufe hinweg. Dennoch, Kinderlärm und Gemaule hin oder her, dieser Weg macht jedes Mal etwas mit uns. Je länger man läuft, desto verwunschener wird er. Vielleicht ist es das Licht, das wie von Elfenhand geführt durch die Baumkronen auf einen herunter scheint, oder das Zwitschern der Vögel in dem sonst so ruhigen Wald? Ich kann’s nicht genau sagen, aber ab einem gewissen Punkt werden wir tatsächlich alle ruhiger und jedes Mal berührt mich einer der Sprüche auf einer der wegsäumenden Texttafeln ganz besonders. Jedes Mal ein anderer, aber immer nachhaltig.
An einem der Bäche, die man auf diesem Weg überquert, findet man lauter kleine Steine, die Wanderer übereinander gestapelt haben. Während unsere Drei fleißig ihre kleinen Steinsäulen aufstapeln stehen wir auf der Brücke und genießen das Plätschern des kleinen Bachlaufes. Auf dem Brückengeländer befindet sich ebenfalls eine Aufschrift und die finde ich jedes Mal ganz besonders schön…

Franziskusweg in der Rhön

Direkt ab Hotel – Wandern entlang des Franzikuswegs

Nachdem wir unsere mentale Einkehr somit für einen Moment genießen konnten, und wir der Thüringer Hütte langsam aber sicher näher kommen, wartet auch schon die nächste Einkehr auf uns, nämlich die der kulinarischen Art! Ein urgemütliches Hüttengasthaus mit grandioser Aussicht, unverschämt köstlichen Käsespätzle und den größten kirschgefüllten Windbeuteln mit Sahne,
die ich je gesehen habe. Auch die Flädlesuppe ist `ne Wucht und wenn zum Abschluss die meterhohen Eisbecher mit Schirmchen auf den Tisch kommen, sehe ich unsere Kinder an und weiß eines ganz sicher: Das sind genau die glücklichen Urlaubsmomente, an die wir später mit einem ganz warmen Gefühl im Herzen und einem Lächeln auf den Lippen zurückdenken werden.

Lieben Dank, Herr Franziskus!