Sagen & Geschichten aus der Rhön

Der Berg Milseburg ist einer der markantesten Berge in der schönen Rhön und auf jeden Fall einen Ausflug wert!Wer allerdings mit einer Burg rechnet, der wird enttäuscht. Die findet man dort nämlich nicht. Dafür aber eine unvergleichbare und ganz besonders schöne Landschaft.

Die fehlende Ritterburg hat unsere drei Kinder zum Glück nicht zu sehr verärgert und das lag vor allem an einer ganz bestimmten Sage über den heiligen Gangolf. Diese musste ich auf unserer Wandertour um den Berg immer und immer wieder erzählen.

Der Berg Milseburg
Der Berg Milseburg

Es gibt unzählige Sagen und Geschichten um die Rhön, aber diese eine über den heiligen Gangolf und seine sittenlose Ehefrau amüsierte meine Kinder besonders. Der heilige Gangolf war ein feiner Kerl. Der Anstand in Person, stets mit ehrenhaftem Verhalten und natürlich gottestreu. Er heiratete eine Frau von adliger Herkunft, die allerdings in ihrem Benehmen alles andre als fein war. Sie hinterging ihren Ehemann während dieser im Krieg war und obwohl er ihr das verzieh, tat sie es immer und immer wieder. Einer ihrer Liebhaber ließ sich schließlich von ihr anstacheln den heiligen Gangolf zu töten, was ihm auch gelang. Gott war darüber so erbost, dass er den Mörder beim großen Geschäft sämtliche Gedärme verlieren ließ bis dieser tot umfiel (ich habe es bei meinen Erzählungen in einen Blitzschlag auf dem Pott umgewandelt)…

Der heilige Gangolf wurde in der von ihm erbauten Peterskirche beigesetzt, die seither ein Pilgerort darstellt an dem viele Menschen von ihren Qualen erlöst wurden. Als ein junges Mädchen der Ehefrau vom Gangolf von dieser heiligen Städte und den dortigen Wundern berichtete, rief diese erbost, dass Gangolf so viele Wunder tun könne wie ihr Hintern. In diesem Moment entfuhr ihr ein schrecklich stinkender Furz. Der Gestank des Furzes umhüllte sie fortan und die Menschen mieden sie. Diese Geschichte über den Furz kam bei den Kindern ganz besonders gut an!

Der Berg Milseburg verdankt seinem Namen jedoch einer anderen Sage. Diese dreht sich um den Riesen ‚Mils‘, der hier gemeinsam mit dem Teufel sein Unwesen getrieben haben soll. Der Sage nach soll der heilige Gangolf den Riesen bezwungen haben, worauf dieser sich das Leben nahm. Der Teufel bedeckte den Leichnam mit vielen großen Steinen – das ist die heutige Milseburg.

Die Sage um den heiligen Gangolf beschreibt die Entstehung des Berges
Die Sage um den heiligen Gangolf beschreibt die Entstehung des Berges

Die physikalische Erklärung bezüglich dieser ganz besonderen Formation des Gesteins überfordert mich immer wieder. Die Entstehung begann im tertiärzeitlichen Vulkanismus und die Formationen entstanden über vielen Jahrhunderte hinweg. Für mehr Informationen können gerne Reiseführer oder Handys gezückt werden.

Vom Parkplatz aus sind wir gemeinsam mit Oma und Opa den kleinen Rundweg um den Berg gewandert. Gut machbar und leicht zu laufen. Vorbei an verwunschenen grünen Auen und verrückten Basaltfelsformationen, die wie Blöcke aus dem Boden ragen. Überall wachsen Farne und wenn die Sonne durch die Baumkronen bricht ist es wahrlich ein wenig mystisch.

Die Kids sind geklettert und geflitzt. Am Ende führte der Weg durch herrliche Wälder und Wiesen. Nach gut einer Stunde waren wir wieder am Parkplatz und hatten nun genug getan um uns auf der nächsten Wanderhütte mit Käsespätzle und einer großen Limo zu belohnen.