Ausflug zur ehemaligen Grenzstation Point Alpha

Point Alpha wurde uns von einer Freundin ans Herz gelegt und ich muss sagen, dass man unsere deutsche Geschichte der Teilung nicht besser darstellen könnte, als es auf Point Alpha zu sehen ist.

Als Ur-Berliner Familie ist das Thema Mauer nach wie vor in unseren Köpfen und unsere Kinder sind auf Grund der vielen Erzählungen, Bilder und Geschichten durchaus damit vertraut. Dennoch ist es für sie – in einer so freien und friedlichen Zeit wie heute – natürlich dennoch schwer nachzuvollziehen, wie so eine Mauer unser Land so lange teilen konnte. „Warum ist denn da keiner einfach mal rüber geklettert oder hat sich bei der Polizei beschwert?“ Eine Frage die wir alle von unseren Kindern kennen. Richtig verstehen können sie es aber glaube ich noch nicht.

Point Alpha besteht aus mehreren Stationen. Beginnen kann man gleich neben dem Parkplatz im Haus auf der Grenze – einem kleinen Museum mit ganz wunderbaren Miniaturen von Grenzstreifen und Sperrzonen sowie originalen Varianten der Mauer. Diese veranschaulichen, was es hieß in der Sperrzone zu wohnen und wie ein Mauerstreifen aufgebaut war. Zaun, Todesstreifen, Grenztürme, Hundezwinger, Patrouillenwege. All das, was das Bild der Mauerstreifen eben prägte. Dazu gibt es viele Informationen zum Regime, der militärischen Situation und berührende Zeitzeugenberichte. Von dort aus läuft man auf dem ehemaligen Grenzstreifen Richtung U.S. Stützpunkt.

Wenn man heute dort entlang läuft, wirkt alles so friedlich und es ist kaum vorstellbar, dass sich vor nicht allzu langer Zeit just dort noch die Grenztruppen Auge in Auge gegenüberstanden und die Konfrontation der beiden Machtblöcke nirgends spürbarer war als hier. Unter dem Motto „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ läuft man diesen mit Blick auf das unverwechselbar schöne Biosphärenreservat Rhön entlang. Ein wirklich anrührendes Motto, das hier oben so sehr spürbar ist.

Nach einiger Zeit gelangt man an den ehemaligen amerikanischen Stützpunkt, dem U.S.-Camp. Ganz authentisch stehen hier noch viele Militärfahrzeuge und in den Baracken bekommt man einen tollen Überblick über das Leben der Besatzungstruppen. Hier finden sich viele ausgestellte Uniformtypen und Konferenzräume, Schlafstuben und Unterrichtsräume. Die Jungs hatten ihren besonderen Spaß an den Postern in den Spinds der ehemaligen Soldaten, typisch! Die Kids waren ganz aus dem Häuschen. Hubschrauber, Panzer, Armeefahrzeuge, begehbare Aussichtstürme, wirklich toll.

Nach einem kleinen Erfrischungssnack im Café haben wir uns auf den Rückweg gemacht und sind dann noch einmal durch die Ausstellung gelaufen. Im Obergeschoss vom „Haus auf der Grenze“ befindet sich noch eine weitere Ausstellung zum Biosphärenreservat Rhön. Auch sehr hübsch gemacht und mit vielen tollen Informationen zu diesem Thema.

Ein wirklich sehr lohnender Ausflug mit ganz viel Geschichte aus der Vergangenheit und der guten Hoffnung und Ermahnung, dass wir das heutige Europa in die richtige Richtung lenken werden….